Aus dem "Nesarischen Boten"

Frieden

Seit gut einem Jahr herrscht Krieg in Nesaria. Die in den weiten Steppen lebenden Barbarenstämme wurden von üblen Priestern einer unbekannten, dunklen Gottheit durch Zurschaustellung ihrer mystischen Kräfte geeint und gegen die friedlichen Nordgrenzen Wolfweites geschickt.

Gegen die anstürmenden Horden waren die Bergpässe und gebirgsnahen Straßen nicht zu halten. Ebenso waren die Horden den gut ausgebildeten und mutigen nesarischen Reiterstreitkräften auf den Ebenen Wolfweites nicht gewachsen. Die Folge war ein unruhiges Belauern.

Durch kluge Verhandlungen konnte ein ehemals stolzer und mächtiger, aber nun versprengter Stamm – der Wolfsstamm - als Verbündeter gewonnen werden.

Den Mitgliedern des Stammes der Wölfe gelang es, das geheime Zentrum des finsteren Kultes ausfindig zu machen und diese Information unter Aufbietung ihres Lebens an die nesarische Heeresführung weiterzugeben. Daraufhin wurde eine Expedition ausgerichtet, die mit Hilfe von Spähern des Wolfsclans zum Kultplatz vordringen sollten.

So gelang es Hauptmann Timur Akai mit der 21. Aufklärungskompanie einen Brückenkopf hinter den feindlichen Linien aufzubauen.

Kurze Zeit später wurde ein Trupp erfahrener Abenteurer und Mystiker unter der Führung des edlen Freiherrn Eydir Havarsfostri und seiner tapferen Mannen als Verstärkung geschickt. Dabei auch mutige Soldaten aus dem fernen Ekurien, welche auch schon als Gäste in der Hauptstadt Nesar anzutreffen waren.

Die Aufgabe der Truppe: die Vernichtung des Tempels und die Zerschlagung des Kultes.

Leider war es dem anrückenden Trupp nicht möglich, ebenso unauffällig in das Feindesland vorzustoßen wie die vorausziehende Aufklärungskompanie. Es kam zu einigen harten Gefechten. Trotz allen Widerstandes gelang es jedoch dem Freiherrn mit seinen Helfern, einen bis dahin unbekannten Zweig der nesarischen Zwerge als Verbündete zu gewinnen und mit der Hilfe der Götter eine Waffe gegen den steinernen Wächter des Tempels zu erringen. Ein mutiger, aber für uns namenlos gebliebener Krieger zerstörte damit den Wächter, und die Männer des Freiherrn nahmen den Tempel ein. Unter größten Mühen gelang es den tapferen Männern und Frauen des Trupps, die mystischen Verbindungen des dunklen Gottes in unserer Welt zu kappen und die Statue des Finsteren zu vernichten.

Unserer aller Dank gilt Freiherrn Eydir Havarsfostri aus Groß-Waldstein und den mutigen Männern und Frauen in seinem Gefolge. Besonders erwähnen möchten wir aus dem Gefolge Mandred Federschwinge, der alleine mit seiner Axt dem dunklen Gott in seinem Tempel die Stirn bot und die Statue zerschlug.Auch möchten wir an Hauptmann Timur Akai und seinen Soldaten gedenken. Als Verteidiger Nesarias ließen sie fern der Heimat ihr Leben. Hauptmann Akai hinterlässt eine Frau und vier Kinder. Allen Hinterbliebenen bleibt die Gewissheit, dass ihre Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter nicht umsonst gefallen sind.

Vom Einfluss des dunklen Gottes befreit, wandten sich die Barbaren gegen die Priester und – so wie es bei Barbaren üblich ist - auch sofort wieder gegeneinander. Die Horde zerfiel innerhalb weniger Tage in die zahlreichen Stämme, und es war nun ein Leichtes für die nesarische Reiterei, die versprengten Krieger aus dem Land Nesaria zu vertreiben.

Es herrscht wieder Frieden! Die Grenzen sind wieder sicher. Doch soll dies uns allen eine Lehre sein: Frieden und Wohlstand sind keine Selbstverständlichkeit, sondern abhängig von der Gnade der Drei und unserer eigenen, steten Wachsamkeit!

Lang lebe der Kaiser!!

Gez.

Gerold Friedrich Schönsprecher, kaiserlicher Beamter